Die LZ Nr. 52 beschäftigt sich nicht nur mit „Opfern & Tätern“: Warum so eilig oder Wie wird man wieder Herr seiner Zeit?

Ralf Julke, 22.02.2018: „Warum so eilig?“, fragt Michael Freitag gleich im Editorial zur neuen „Leipziger Zeitung“ Nr. 52, die schon heute Abend ausgefahren wird an die bekannten Verkaufspunkte. „Was für eine Hast in dieser Welt. Die Ereignisse überschlagen sich scheinbar und zwischendurch wird medial eingeordnet, nachgefragt, kommentiert und berichtet.“ Und auf Seite 16 fragt Konstanze Caysa: „Wer ist Herr der Zeit?“ Ja, wer eigentlich? Eigentlich doch der, der mehr erfährt, weil er oder sie in Ruhe liest.

Die LZ 52 zum Beispiel, in der wir einige der wirklich wichtigen Themen der Zeit wieder ausführlicher behandeln.

Zum Beispiel die Frage nach dem ganz und gar nicht kostenlosen ÖPNV, die seit einem herzlich überinterpretierten Brief dreier Bundesminister an die EU-Kommission scheinbar im Raum steht.

Dabei geht es um völlig andere Dinge: überfällige Lösungen, die seit Jahren als „unerledigt“ vor sich hin schmoren. Aber die autoverliebte Politik hat den ÖPNV lieber auf Kante gespart, als einen wirklich attraktiven Nahverkehr der Zukunft zu schaffen. In Leipzig wird darüber seit über 10 Jahren diskutiert. In Endlosschleife. Da wirkt die „kostenlos“-Debatte schlichtweg verlogen.

„Ähnlich lang schlummerte auch der größte Müllskandal der sächsischen Geschichte. Seit Jahren modert ‚immobilisierter‘ Giftmüll von namhaften Weltkonzernen aus den späten 90ern auf Deponien rings um Leipzig, Jena und Dresden. Was er dort genau mit Umwelt, Wasser und Luft macht, weiß niemand. Denn der Band III des 2014 geendeten Landes-Untersuchungsausschusses ist ‚geheim‘. Bleibt derzeit, über einen denkwürdigen Gerichtsprozess und die Giftmülldeponien zu berichten.“

Was Michael Billig ab der ersten Seite kenntnisreich tut.

Ein Ergebnis verweigerter Konfliktlösungsbereitschaft in der etablierten Politik ist natürlich, dass die Kräfte aus dem rechten Lager Aufwind bekommen. AfD und PEGIDA üben den Schulterschluss. Die LZ berichtet.

Und blendet natürlich wieder zurück in ein Jahr, in dem vieles scheinbar ganz ähnlich war. Auch 1932 boten die nationalen Schreihälse sich als große Lösung an und bekamen 1933 vom vergreisten Reichspräsidenten tatsächlich die goldenen Schlüssel übereicht, die so schwer errungenen Demokratie wieder zu zerstören. Marko Hofmann hat in den Zeitungen der Zeit nachgelesen.

Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 52

Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 52

Zeitenwende auch in der Energielandschaft: Das Kohle-Aus steht auch in Sachsen vor der Tür. Doch statt kluge Ausstiegs-Pläne zu schmieden, steckt auch die aktuelle sächsische Regierung wieder den Kopf in den Staub. Zu lesen auf Seite 10.

Bevor sich Lucas Böhme wieder in zwei aufsehenerregende Leipziger Prozesse stürzt, in denen es natürlich um die Grenzen den Menschlichen geht.

Eigentlich geht es immer darum. Selbst beim Umgang mit den Rechtsradikalen im Land, die im Januar 2016 über Connewitz herfielen. Die ersten Gerichtsurteile dazu sprechen eine deutliche Sprache. René Loch beschäftigt sich mit dem Thema.

Und für die Bildungspolitik hat er einmal nachgeschaut, was eigentlich all die Jahre in der Hochschulfinanzierung schieflief. Kann es der neue Koalitionsvertrag reparieren? Gerade die jungen Leute haben so ihre Zweifel.

Mangelverwaltung selbst im Sport: Um Leipziger Sporthallen und ihre Nutzbarkeit wird längst gerungen. Doch wertvolle Flächen gehen immer wieder verloren, weil sie aus Gefahrengründen gesperrt sind. Und dabei ist Leipzig nach wie vor eine Stadt, in der Sport auf höchstem Niveau betrieben wird. Darüber finden Sie gleich mehrere Berichte in der Zeitung.

Nebst den beliebten Kolumnen von Jens-Uwe Joop, Ulrike Gastmann und Ilse Schnickenfitich oder den informativen Kolumnen von Maximilian Steinhaus und Dr. Jonas Kahl.

Womit wie bei der Frage von Konstanze Caysa wären: Wer ist Herr der Zeit? Oder beherrscht man Zeit erst, wenn man sie sich nimmt und versucht, in Ruhe aufzunehmen, was die Stadt bewegt?

Sich einen Apfel schnappen, sich einen Sessel suchen und in Ruhe lesen, was wichtig ist. Wer LZ liest, weiß mehr und kann mitreden. Denn was diese wild gewordene Zeit braucht, ist ruhiges Wissen. Wir laden Sie ein dazu.

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