Die neue Leipziger Zeitung Nr. 64: Kopf hoch oder Stell dir vor, die Zukunft ist jetzt

Ralf Julke, 28.02.2019: Nein, es ist keine Überraschung, dass ältere weiße Männer jetzt glauben, die Instrumente rausholen zu müssen und jungen Menschen klarmachen zu wollen, dass alles Recht der Welt auf ihrer Seite ist, egal, ob es um stinkende Autos oder rußende Kohlekraftwerke geht, Umweltzerstörung in Tagebauen oder in der Stadt. Es ist der alte Geist der Macht. Doch der Protest ist jung, radikal und weiblich. Es ist unsere Jugend, die um ihre Zukunft kämpft.

Und die von biestigen alten Herren behandelt wird, als wären es Gefährder. Sind sie auch irgendwie: Gefährder einer alten, energieverschlingenden, gedankenlosen und bequemen Lebensweise, die so keine Zukunft haben kann.

Die aber immer noch alle Parlamente dominiert und keine Gelegenheit vergehen lässt, den jungen Leuten den Mittelfinger zu zeigen. Diskussion auf Augenhöhe? Das behaupten sie gern. Oder benehmen sich gleich mal so wie die Anschwärzer-Partei AfD.

Das ist sozusagen der Einstieg in die neue „Leipziger Zeitung“, die jetzt im Handel und in den Briefkästen ist.

Die Themenpalette einfach mal im Schnelldurchlauf:

VÖ am 01.03.2019. Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 64. KLICK zum Vergrößern

VÖ am 01.03.2019. Die LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 64. KLICK zum Vergrößern

„Klag doch …!“ oder wie die Regierenden in Sachsen schnell mal ein Gesetz änderten, um Greenpeace von Kohle-Informationen abzuschneiden. Ein Interview mit Greenpeace Deutschland, die weiter vor Gericht um die Herausgabe eines wichtigen Berichtes des Rechnungshofes Sachsen kämpfen werden.

„Lieber in den Knast …“ oder wie eine junge Protestgruppe die mächtigen Kohlekonzerne herausfordert und den Ingrimm der Justiz riskiert. Ein Interview über das Besetzen von Kohlebaggern, Polizeigewalt und Willkür bei Verhaftungen.

„Der Stadtrat tagte …“ und ließ sich mal wieder von einem smarten Bürgermeister in seinen eigenen Rechten auf Prüfung über den Tisch ziehen. Zwei Seiten zu den aktuellen Entscheidungen des Leipziger Kommunalparlamentes.

„Eine Streitschrift“ oder warum ein 365-Euro-Jahrsticket für den ÖPNV in Leipzig logisch und machbar vorzubereiten ist. Denn wer jetzt damit beginnt, könnte in ein paar Jahren erleben, wie man in Leipzig mit einem Euro am Tag öffentliche Mobilität nutzen kann.

„Imkern ist das neue Yoga“ oder warum Bienen in der Stadt ein Zuhause finden. Hier geht es nach Schleußig, wo die Bienen der lokalen Wirtschaft und dem Stadtleben helfen.

„Rodig reflektiert“ oder Wer wirklich an allem Schuld ist, was so in der Politik Sachsens passiert. Der Ministerpräsident in spe spricht und alle Parteien sollten dabei etwas lernen. Außer der FDP, die hat der Chef mit purer Absicht unter den Tisch fallen lassen.

„Niklas’ Verhängnis“ oder Wie leicht man als Mensch vor dem Kadi landen kann, erzählt eine der Geschichten aus den Leipziger Gerichtssälen.

„Oppositionspolitiker fordern Bafög-Reform“ oder warum es sich viele junge Leute nicht wirklich leisten können zu studieren und wer da auf der Bremse steht, wenn es um echte Bildungsgerechtigkeit im Freistaat geht.

„Die Universität Leipzig nimmt eine Vorreiterrolle ein“ oder Wie ein neuer Studiengang die Journalistik neu formatieren will, erzählt Journalistik-Professor Markus Beiler im Interview.

„Die Sprache der Anderen“ oder Warum das ungestelzte Sprechen des Grünen-Vorsitzenden Robert Habeck so gut ankommt, kann man erfahren, wenn man seine Bücher liest. Eine Zusammenfassung findet sich in der neuen Ausgabe.

„Von Verstehen und Begreifen“ oder wie Flüchtlinge sich erstmals mit dem Holocaust auseinandersetzen und was das alles mit Integration, Ankommen und Weitermachen zu tun hat.

„Youtuber auf die Barrikaden“ oder Warum Netzbewohner gegen die neue EU-Richtlinie rebellieren, allerdings ohne sich eingehend mit den neuen Regeln zu befassen.

Und danach gibt’s noch jede Menge besonderen Sport, dazwischen – wie beliebt – unsere nachdenklichen Kolumnen und die kleinen Nachrichten aus einer Welt, in der Entscheidungen gestrickt werden, komme was wolle, egal, was es für Folgen hat und wie lange wirklich wichtige Lösungen immer wieder vertagt werden.

Nur liegt so langsam auch ein Hauch von Blütenduft in der Luft, was hoffentlich nicht nur mit den kommenden Wahlen zu tun hat, in denen es erstmals wirklich so aussieht, als würden grimmige Alte gegen mutig gewordene Junge antreten. Zeit für den großen Generationenwechsel.

Aber das nur so als fortführender Gedanke, schon ein Stück weit über diese Ausgabe hinaus …

Die neue „Leipziger Zeitung“ liegt an allen bekannten Verkaufsstellen aus. Besonders in den Szeneläden, die an den Verkäufen direkt beteiligt werden. Oder einfach abonnieren und direkt im Briefkasten vorfinden.

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